Kategorie-Archiv: MeMadeMittwoch

MeMadeMittwoch Nr. 2

Liebes Frl. Ideal,

Sie wissen es nicht, aber im letzten Jahr rief Frau Crafteln den HosenHerbst aus. „Hosen“, schnauben Sie jetzt, „die moderne Frau trägt doch Kleider!“ – aber tatsächlich trägt Ihre Tily sowohl als auch. Die moderne Frau hat heute die Wahl! Deshalb führe ich heute eine letztes  vorletztes Jahr genähte Winterhose aus.

Den Schnitt kannten Sie noch, Frl. Ideal: 1994, im Dezember, in einer „ich-muss-mich-ablenken“-Aktion rädelte ich den Schnitt erstmals aus der Burda. Ob mir den wunderbaren sandfarbenen Schurwollstoff (TEUER!!) damals meine liebe Mutti kaufte oder ich selbst in einem Anfall von Liebeskummer, das weiß ich nicht mehr – und Sie, Frl. Ideal, werden es mir leider nicht verraten. Jedenfalls passte die Hose sofort, es gab Komplimente dafür und sie wurde endlos getragen.  … Mit diesen guten Erinnerungen also noch einmal, warum einen neuen Schnitt suchen! 20 Jahre und ein Sportende später passt mir Burda-Größe 34/36 natürlich nicht mehr. Glücklicherweise werden nicht nur ausgerädelte Schnittmuster, sondern auch die Hefte im Haus von Frl.Ideal  aufbewahrt. Also auf ein Neues:

Skeptisch schauten Sie auf mich herunter, Frl. Ideal, als ich – siegessicher, ein schnelles Projekt nach der Tagesschau an einem Abend umzusetzen – Größe 42 ausschnitt. Sie hatten wie so oft recht. Die Hose rutschte bei der  Anprobe gleich wieder zu Boden. Also enger und enger gesteckt … Glücklicherweise mochten Sie den festen Twill sehr gerne, Frl. Ideal, und machten mir keinerlei Schwierigkeiten. Immerhin noch vor Mitternacht waren sowohl die Hose als auch ich fertig.

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Die Falten auf dem Foto rechts sind nicht da, wenn ich mich richtig hinstelle. Die Beine sind vielleicht immer noch ein wenig weit, und mit dem hohen Taillenbund sieht die Hose insgesamt recht retro aus. Das könnte auch an den vier Abnähern hinten liegen. Mir gefällt es so. Die Hose ist sehr bequem.  Hinsetzen geht auch:

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Der feste Twill gibt den Hosenbeinen bis zum Saum viel Form. Sie sind extra lang, damit sie zu hohen Schuhen passen. Die Schuhe sind übrigens sehr bequem.

Es war schön, die Hose mit Ihnen zu nähen, Frl. Ideal. Auch der Blindstich-Saum mit Ihrer Blindsaum-Sticheinstellung ging überraschend schnell von der Hand. Demnächst machen wir das noch einmal!

Mit herzlichem Dank und steppenden Grüßen verbleibe ich
Ihre Tily.

Schnitt: Burda 12/1994 Mod. 114
Nochmal: Ja! Der Schnitt ist schnell umgesetzt (wenn man gleich die richtige Größe nimmt 😉
Stoff: Im Original lautete die Stoffempfehlung „Leichter Jersey oder feine Strickstoffe, die nicht allzu dehnbar sein sollen. Aber auch leichte Gabardine oder Flanell“
Hier verwendet ein Baumwoll-Twill, sehr fest mit viel Stand, und einem klitzekleinen Querstreifenmuster in Sand-/Braun. Vom Stofflager, online erworben, Herkunft vergessen, mit Sicherheit recht günstig. Mehr davon wartet auf weitere Verarbeitung. Vielleicht mache ich irgendwann einen passenden Blazer.

Burda12-94  Burda12-94-114
(Quelle: selbst gescannt)

Was die anderen Mittwochs-Macherinnen zeigen, hier entlang:

Me-Made-Mittwoch zum Ersten. Lieblingskleid 2014

Liebe Me-Made-Mittwoch-Macherinnen,

nachdem ich lange schon bei Euch am Spielfeldrand stehe und fast jeden Mittwoch gespannt zuschaue, möchte ich heute auch den Ball das Nadelkissen aufnehmen und in die Runde werfen. Ich würde mich freuen, wenn Ihr ein wenig Zeit zum Innehalten und Lesen finden würdet.

Mein Lieblingskleid 2014 war weder das schwierigste noch das raffinierteste Kleid, sondern ein „ich-mach-noch-schnell“-Projekt mit glücklichem Zusammenfallen von Stoff und Schnitt.
Das Kleid hat mich im letzten Jahr durch die Welt begleitet. Genau dafür war es gedacht … wie meine Mutti früher nähte ich mir gefühlte 5 Minuten vor Urlaubsbeginn noch schnell ein Urlaubskleid. Und glücklich war ich damit!

Das Lieblingskleid schlabbert gewollt in der Taille, was an heißen Tagen oder Orten sehr praktisch ist, wird aber mit Gürtel, Lederjacke und blickdichter Leggins Figur- sowie Frühlings- und Herbsttauglich.
Hier an meinem ersten Urlaubstag in Asien, knapp 24 Stunden nach Fertigstellung, bei 17 Grad Celsius drinnen und 37 Grad draußen:

SONY DSC

Natürlich gibt es danach keine Fotos mehr – wer die Kamera trägt, ist selten auf den Bildern 😉 Deshalb gestern abend eine kurze Fotosession. Hach, ich hätte es gleich anbehalten können. So sah es dann im europäischen (Spät-) Sommer aus:

Lieblingkleid2014-2 Lieblingkleid2014-1

Lieblingkleid2014-4  Lieblingkleid2014-3

Inzwischen ist es schon ein wenig abgetragen, an der Handtaschen-Seite bilden sich erste Knötchen. Seine Form hat es bisher behalten. Der Baumwoll-Jersey fand sich in meinem Stofflager; vermutlich kaufte ich ihn offline im Nachbarort, dort gibt es schöne Bio-Baumwoll-Jerseys. Nach dem gleichen „Schnitt“ vernähte ich noch einen Maybach-Ufer-Bordüren-Jersey. Mein Lieblingskleid gefällt mir aber besser.

Wie es wohl bei den anderen Me-Made-Macherinnen aussieht?