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Ein Ball, Frl. Ideal!

Liebes Frl. Ideal,

schon bei der Ankündigung von Frau MamamachtSachen war mir klar, dass Sie mit mir unbedingt das Tanzkleid fertignähen mussten. Es lag schon ein Weilchen in der Ecke, jetzt endlich war der Anlass gekommen, die letzten 15% fertigzustellen.

Der MannimHaus fuhr uns nach einem anstrengenden Tag nach Schwerte. Dort fanden wir eine liebevoll dekorierte Location vor, eine entspannte Athmosphäre,  spannende Menschen in wunderschöner Kleidung, führten interessante Gespräche – kurzum, eine gelungene Veranstaltung!

Eine Kamera hatten wir nicht dabei, aber es gibt Fotos und weitere Berichte hier.

Frau MamamachtSachen versammelte Menschen aus ganz Deutschland, ach was, aus Europa (Schweiz!) in Schwerte. Alles war perfekt organisiert, es gab sogar wunderschöne Stoffe zu bewundern, und eine Ballspende! Ich liebe Ballspenden, packe sie immer erst am nächsten Morgen nach ausführlichem Gespräch über den Ball beim Frühstück aus – und diesmal, Frl. Ideal, gab es eine, die Ihnen auch Spaß machen wird! Ich freu mich schon auf das Ausgeben.

Beim nächsten Mal wären wir sehr gern wieder dabei. Und würden sicher tagsüber weniger Anstrengendes unternehmen, um noch mehr tanzen und noch länger bleiben zu können.

Ein herzliches DANKESCHÖN an Alexandra!

Ach so, das Kleid:
Es waren dann doch mehr als 15%, denn meine Ansprüche sind seit dem ersten Aufschlag ziemlich gestiegen. Ich habe es praktisch noch einmal auseinandergenommen und neu zusammengesetzt. Zusammen mit gekauften Handschuhen und einem Urlaubsmitbringsel sah es dann zu Hause so aus:

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Und jetzt mit Posen überspielen, dass ein Korsagen-artiges Teil eigentlich Stäbchen bräuchte, diese aber im Schnitt nicht vorgesehen sind:

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Es war eine ziemliche Kräuselei, zum einen sechs Meter Saumweite auf Taillenweite, zum anderen im Oberteil. Die Anleitung sah partielles Kräuseln vor, ich war überrascht, wie gut das mit Frl. Ideal klappte. Und Miss E sicherte alle Nähte nochmal mit einem OverlockStich für schwere Gardinen. Nach meinen Maßen war im Oberteil schnittgemäß etwa doppelt so viel Stoff, wie nach der Korrektur übrig geblieben ist. Da wäre Chiffon blickdicht mit geworden, zumal dieser Part mit Originalstoff gedoppelt werden sollte. Ich finde es immer noch recht voluminös, aber ok:

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Auf geht´s 🙂

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Schnitt: Vogue 2962
angepasst: RV statt Knöpfchen, Korsage und Oberteil wesentlich verkleinert, Saum mit 10cm. Roßhaar stabilisiert.
Stoff: „Brautsatin“ von Stoff4you (matte Seite verarbeitet)
nochmal nähen? mh. Ich würde es gern mal aus Chiffon plus Taft oder so versuchen, aber bei jeweils 6m Stoffbedarf … und der Anlass? also ein entschiedenes „vielleicht“.
nochmal anziehen? Ja! der nächste Ball wartet schon. Dann aber mit neuem Unterkleid.

Viele Grüße,
ihre Tily.

Unterröcke. Petticoat?

Liebes Frl. Ideal,

kennen Sie die Unterkonstruktion von Abendkleidern der ausgehenden 40er und 50er Jahre im Detail? Das beschäftigt mich gerade sehr. Denn diese Kleider haben meist eine schöne Form und Weite, ohne allzu sehr aufgeplustert zu sein. Die späteren Sahnebaiser- oder Zuckerwatte-Kleider mag ich an mir nicht so.

Das Victoria & Albert Museum, London, ist ein wahrer Quell der Freude, was Kostüme angeht. Glücklicherweise wird dort nicht nur berichtet, wie angegriffene Materialien analysiert und restauriert werden – obwohl das wirklich hochinteressant und lesenswert ist!

Sondern es werden auch einige Kleider mit ihren Unterröcken gezeigt, z. B. hier ein Cocktail Dress von Jacques Fath von 1955. Daran kann man die stufenweise Konstruktion schön erkennen.

Fast schon zuviel Weite hat für mich das „Zemire“, das Herzstück der Winterkollektion von Dior 1954/55 aus dem „H-Look“.  „The skirt of the under-dress is of red tulle hemmed with nylon net, under-skirt layers of nylon net panels and red organza.“
Und etwas zu wenig das „Maxim´s“ aus der Frühlings-Kollektion 1947 von Christian Dior, der ersten New-Look-Kollektion. „A heavy ribbed/corded silk petticoat supports and defines the full skirt.“
Leider gibt es bei beidem kein Bild von den Unterröcken.

Scarlett“ aus der Y-Linie von 1955 ist auch an der Grenze, was die Weite am Rocksaum angeht. Auch hier leider kein Foto „von unten“, dafür aber eine detailliertere Beschreibung vom V&A: „all-red skirt of the underdress is made up of a layer of organza and nylon net, 5 layers of gathered tulle with additional gathered tulle panels at each hip, and another underskirt of organza and nylon net.“

Btw: Bei manchen Kostümen finden sich wunderbare kleine Geschichten über ihre Herstellung, die z.B. von den Anfängen der Vogue Patterns mit persönlichen Erinnerungen verknüpft, oder die Speisefolge eines Empfangs des Britischen Botschafters im April 1957.

Werde wohl mit einem einfachen Unterrock beginnen, und dann Lage um Lage aufnähen, außerdem auftrennen, auftrennen, auftrennen, bis ich die gewünschte Form habe. Oder haben Sie eine bessere Idee?

Ihre Tily.

was gelernt.

Guten Morgen Frl. Ideal,

mein Fundstück des Tages beim Lesen der Blognachrichten heute ist ein Beitrag von American Duchess. Sie schreibt über Schuhe aus den Jahren 1820 – 1850. Folgendes gelernt:
a) Schuhe wurden dort vorwiegend aus dünnen Materialien, gefüttert mit Leinen, hergestellt, und mussten nicht lange halten. b) Solche Schläppchen wurde als weiblich angesehen.
c) Die Schuhmode hat sich damals über 30 Jahre lang kaum verändert.
Im Prinzip gibt es diese Schuhe auch heute noch, in Form von Ballett-Schläppchen. Müsste man eigentlich auch selbst herstellen können…

Tily.